Durchdachte Lösung eingestampft

Es ist nichts Neues, dass innerhalb der letzten Jahre, im Zuge allgemeiner Einsparungen, bundesweit viel Wasserfläche eingespart, bzw. ganze Schwimmbäder ersatzlos geschlossen wurden. Bereits vor Ausbruch der Pandemie schlug u.a. die DLRG Alarm und überregionale Zeitungen, wie bspw. die FAZ titelten bereits in 2018: „Badeunfälle: Wird Deutschland ein Land der Nichtschwimmer?“

Die verfügbare Wasserfläche reicht seit Jahren auch in Ingelheim vorne und hinten nicht und durch COVID-19 ist mindestens eine weitere Generation vom Schwimmenlernen abgeschnitten.

Jetzt, wo die nächste lebensgefährdende Bade-, Ruder-, Jetski-, Kanu- Wasserski-, Segel- und Motorbootsaison am offenen Gewässer unmittelbar bevorsteht, den Mut zu haben, die nachhaltige von Expert*innen und Schwimmtrainer*innen sorgsam durchdachte Lösung eines 50m-Bades einzustampfen, weil man es sich als eine der reichsten Städte Deutschlands nicht leisten will, zeichnet Ingelheim am Rhein nicht aus. Im Gegenteil, es bleibt zu hoffen, dass sich niemand der derzeit verantwortlichen Entscheider*innen jemals dafür erklären muss, dass das Seepferdchen-Abzeichen lediglich eine völlig falsche Interpretation von „Lebensrettung garantiert“ ist.

Leserbrief von Prof. Dr. Kristina Wolff, Ingelheim (gekürzte Fassung veröffentlicht in der AZ vom 04.03.2021)