Trockengymnastik mit Kopfschütteln

Als Schwimmer freut man sich momentan sehr über Abwechslung.

Die aktuelle Diskussion, ob eine Erweiterung um ein 25m Becken an der Rheinwelle X Euro kostet, oder ein 50m Neubau am Freibad Y Euro ist interessant. Dass am Blumengarten nebst Schwimmbad ein großer Sportpark mit Surfwelle, Laufstrecke und Kletterpark geplant wird, rückt das neue Nass vermutlich in weite Ferne.

Das alles vor dem Hintergrund des geschlossenen Krankenhauses und den pandemiebedingt nicht nutzbaren Sportstätten. Ich gebe zu, es ist schwer zu verstehen, dass Krankenhäuser, wenn sie zu voll sind, sich nicht “über Wasser” halten können.

Leider wächst aber auch gerade eine ganze Generation heran, die nicht Schwimmen lernen kann. Die Wartelisten in den Vereinen waren vor der Pandemie schon voll. Im letzten Jahr wurden die Schwimmbäder zwar geöffnet, es durften aber keine Anfängerkurse stattfinden. Ich habe nicht viele andere Eltern bei 22 Grad (Wasser) im Freibad getroffen, die mit ihren Kindern für das Seepferdchen, oder den Freischwimmer geübt haben.

Was aus meiner Sicht in der Diskussion untergeht ist, dass das 50m Becken die Möglichkeit bietet, es flexibel aufzuteilen. Ich kenne die Pläne nicht im Detail, aber ich vermute, bei der Erweiterung der Rheinwelle meint man 6 x 25m Bahnen. Bei dem Schwimmbad am Blumengarten gehe ich davon aus, dass es sich um 8 x 50m Bahnen handelt, die man nach Bedarf in 16 x 25m umwandeln kann – tage- oder gar stundenweise. Man hätte dort also zehn Bahnen mehr für Y Euro minus X Euro. Zumindest wäre das mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.

Dass man mit schwimmfähigen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen weiterhin Nachwuchs und Interesse an der Rheinhessischen Wasserwelt ausbildet, sehe ich durchaus als realistische Chance.

Leserbrief von Iris Wood, Ingelheim(gekürzte Fassung veröffentlicht in der AZ vom 08.03.2021)